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Prof. Dr. Karen Pittel: „Über Klimaneutralität hinausdenken“

26. April / 19:00 - 21:00

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Kostenlos

In unserer Reihe

„Nachhaltigkeit_Sozial-ökologische Transformation“:

Prof. Dr. Karen Pittel

Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregieung Globale Umweltveränderungen (WBGU), Vorsitzende; ifo Institut – Leibniz-Institut Wirtschaftsforschung, Leiterin Energie, Klima, Ressourcen; Professorin für Volkswirtschaftslehre an der LMU-München

Über Klimaneutralität hinausdenken!

Dienstag, 26.04.2022, 19:00 Uhr
LIVE im Zukunftssalon und parallel per Zoom-online

LIVE-Video auf Youtube: https://youtu.be/dTPk-G-HdHE

Event-Infos (PDF)

Die Klimakrise, die durch die Covid-19-Pandemie bedingten und die absehbar weiteren Krisen müssen global-gemeinsam bewältigt werden. Viele Staaten arbeiten derzeit an Strategien zur Umsetzung des Pariser Übereinkommens. Das Bundesverfassungsgericht aber hat den deutschen Gesetzgeber darüberhinaus verpflichtet, Klimaschutz und Schutz der lebenswesentlichen Grundlagen langfristig zu sichern. Die Erstellung solcher Langfriststrategien sollte auch international verpflichtend werden, über Klimaneutralität hinaus auf Klimastabilisierung abzielen und Mehrgewinne mit anderen Nachhaltigkeits- Dimensionen wie etwa Sicherung der globalen Biodiversität anstreben, rät der WBGU.

Langfriststrategien stecken den Rahmen für die Weiterentwicklung kurzfristiger nationaler Beiträge. Sie sollten die Nachhaltigkeitsagenda 2030 mitdenken und Mehrgewinne erzeugen; auch lassen sich Klimaschutzziele leichter erreichen, wenn die Welt insgesamt auf einem nachhaltigeren Entwicklungspfad ist. Für kohärente, effektive und faire Langfriststrategien sowie ihre Mess- und Vergleichbarkeit sollten Mindestanforderungen definiert werden. Internationale Auswirkungen sollten beachtet und „Entwicklungsländer“, insbesondere Niedrigeinkommensländer partnerschaftlich unterstützt werden (z. B. bei Auf- und Ausbau von Wertschöpfung, sozialer Absicherung und Umweltmonitoring). Nationale Ausgaben für nachhaltigkeitsorientierte, transformative Forschung, Entwicklung und Bildung sollten auch in Niedrigeinkommens- und Schwellenländern deutlich angehoben werden, nicht zuletzt um eine breite Wissensbasis für einen gemeinsamen Diskurs zu schaffen.

Dazu sollten nach Empfehlung des WBGU Langfriststrategien erstens den schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger vorsehen. Die Beendigung der Extraktion, Exploration und Verarbeitung fossiler Ressourcen senkt zusätzlich CH4-Emissionen und hat erhebliche Mehr- gewinne für Gesundheit und Biodiversität.

Zweitens sollten Schutz und Wiederherstellung von Öko- systemen sowie ihre nachhaltige Nutzung zum Schwerpunkt werden. Die Senkenwirkung von Ökosystemen ist bereits gemindert und die Erhaltung der Biodiversität gefährdet; beides kann nur bei ambitionierten Emissionsreduktionen

langfristig gesichert werden. Die Diversifizierung von Landwirtschaftssystemen (mit niedrigeren CH4- und N2O-Emissionen), die Transformation tierproduktlastiger Ernährungsstile und eine verantwortungsvolle Bioökonomie tragen zu beiden Zielen bei. Finanzielle Anreize, Steuern und Berichtspflichten für Unter- nehmen sollten auf die Stärkung von Ökosystemleistungen ausgerichtet werden.

Drittens sollte die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre strategisch vorbereitet werden, um notfalls historische Emissionen und verbleibende Erhitzungstrends ausgleichen zu können. Technologien, bei denen aufwändig aus der Atmosphäre entzogenes CO2 zeitnah wieder freigesetzt wird (zB synthetische Kraftstoffe), stehen aber im Widerspruch zu der langfristigen CO2-Reduktion. Zudem sollte negativen Auswirkungen auf andere Nachhaltigkeitsziele (zB durch hohen Biomasse- oder Flächenbedarf) vorgebeugt werden. Anreize zur Nutzung technischer Optionen sollten erst gesetzt werden, wenn ein „Governance-Rahmen Nachhaltigkeit“ gewährleistet ist; denn: auf die künftige Rückholung des emittierten CO2 zu vertrauen, ist hoch riskant!

Alle drei Schwerpunkte sind nach Auffassung des WBGU notwendig, der Ausstieg aus den fossilen Energieträgern und die Stärkung der Biosphäre dabei grundlegend. Sie sollten jeweils mit eigenen Zielen, Zwischenzielen und Maßnahmen versehen sowie mit Indikatoren verfolgt werden. Gleichzeitig sind Wechselwirkungen zwischen den Lösungsansätzen zu beachten, um eine umfassende Transformation zu ermöglichen; Auswirkungen geplanter Technologie- und Transformationspfade auf alle Dimensionen der Agenda 2030 müssen abgeschätzt und beachtet werden.

Wieviel hiervon wird aktuell umgesetzt – in Deutschland und weltweit?? Wir haben viel zu diskutieren.

Zum Weiterlesen:

Die Veranstalter:
Protect the Planet und Partnerorganisationen: Fridays for Future München, Students4Future München, Parents4Future München, Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe München, forum Nachhaltig Wirtschaften, Greencity – der Verein, Münchner Initiative Nachhaltigkeit, Raus-aus-der-Steinkohle München, Fossil Free München, Scientists4Future München, oekom e.V., Netzwerk Saubere Energie München

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