Prof. Dr. Karen Pittel: „Über Klimaneutralität hinausdenken“

26.04.2022|

Der Wissenschaftliche Beirat Globale Umweltveränderungen (WBGU) empfiehlt Langfriststrategien: Erstens den schnellen und vollständigen Ausstieg aus der Nutzung fossiler Energieträger vorsehen. Die Beendigung der Extraktion, Exploration und Verarbeitung fossiler Ressourcen senkt zusätzlich CH4-Emissionen und hat erhebliche Mehrgewinne für Gesundheit und Biodiversität. Zweitens sollten Schutz und Wiederherstellung von Ökosystemen sowie ihre nachhaltige Nutzung zum Schwerpunkt werden. Die Senkenwirkung von Ökosystemen ist bereits gemindert und die Erhaltung der Biodiversität gefährdet. Drittens sollte die Entfernung von CO2 aus der Atmosphäre strategisch vorbereitet werden, um notfalls historische Emissionen und verbleibende Erhitzungstrends ausgleichen zu können.

Prof. Dr. Ingolfur Blühdorn: „Eingerichtet im Wohlfahrtskapitalismus? – Stolpersteine auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit“

30.03.2022|

Keine Nachhaltigkeit, keine Transformation – kein gutes Leben für alle? Auch wenn die Dringlichkeit einer sozial-ökologischen Transformation hin zu (mehr) Nachhaltigkeit längst von nahezu allen Seiten anerkannt ist: Moderne westliche Gesellschaften verteidigen ihren exklusiven Wohlstand und ihren (mehrere Globen verbrauchenden) Lebensstil entschiedener denn je. Dass die „planetaren Grenzen“ längst erreicht, teilweise überschritten, sind, wissen wir seit Jahrzehnten; dass die menschengemachte Klimakrise für viele unmittelbar die Lebensgrundlagen bedroht, auch. Letztlich gilt es, die Politik der nachhaltigen Nicht- Nachhaltigkeit zu durchbrechen und die Möglichkeiten der Re-Politisierung zugunsten eines „guten Lebens für alle“ auszuschöpfen. Dazu aber ist genaueres Hinschauen einer Soziologie der Nicht-Nachhaltigkeit eine unverzichtbare Voraussetzung.

Prof. Dr. Hubert Weiger: „Nachhaltigkeit und Klimaschutz zusammendenken!“

08.03.2022|

„Was wir bisher tun, reicht schlichtweg nicht aus“ (Merkel, 2021). „Um die Ziele der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie und der Agenda 2030 zu erreichen, müssen wir den Weg einer wirklich anspruchsvollen Transformation gehen, der wichtige Bereiche wie Energie, Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft, Wohnen, Verkehr, Ernährung und Landwirtschaft umfasst“ (Bundesregierung, 2021). Wie sieht sie denn nun konkret aus, die „große sozial-ökologische Transformation zu Klimaneutralität und Nachhaltigkeit“? Wie aber Nachhaltigkeit und Klimaschutz nicht nur zusammendenken, sondern zusammentun; nicht nur zum x-ten Male Ziele setzen, sondern sie auch erreichen?!? Zusammen mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina hat der Nachhaltigkeitsrat (RNE) „Handlungsoptionen“ für eine ambitionierte Weichenstellung und die Umsetzung zwecks Erreichens von Klimaneutralität erarbeitet. Davon wird aus berufenem Munde die Rede sein...

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