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Prof. Dr. Dr. Wallacher: „Wie „Nachhaltigkeit“ in Wirtschaft und Gesellschaft doch noch gelingen kann“

22. März / 19:00 - 21:00

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Kostenlos

In unserer Reihe

„Nachhaltigkeit_Sozial-ökologische Transformation“:

Prof. Dr. Dr. Johannes Wallacher

Präsident Hochschule für Philosophie München
LS Sozialwissenschaften und Wirtschaftsethik
Akademischer Direktor der Bayerischen Elite-Akademie

„Wie die dringend erforderliche ‚Nachhaltigkeit‘
in Wirtschaft und Gesellschaft doch noch gelingen kann“

Dienstag, 22.03.2022, 19:00 Uhr, per Zoom-online

Event-Informationen (PDF)

„Wer es mit nachhaltiger Entwicklung, Treibhausgasneutralität und den Globalen Nachhaltigkeitszielen ernst meint, kommt an einer sozial-ökologischen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft nicht vorbei. Die Wissenschaft zeigt, dass dies mit vertretbarem Aufwand realisierbar ist. Dazu müssen allerdings Verteilungskonflikte und andere Hindernisse, die den Wandel erschweren, offengelegt werden.
Es gibt Stellschrauben, die aktiv angepasst werden können und müssen, damit die dringend notwendige sozial- ökologische Transformation gelingen kann“ – so heißt es im Vorspann zur entsprechenden Studie im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz.

Dringlich erforderlich seien die Energie-, eine Konsum- und Mobilitäts- sowie eine Agrarwende als Teile eines wertebasierten Modernisierungskonzepts. Dabei sind Barrieren zu überwinden:
(1) Schwache Institutionen und unzureichende Ordnungspolitik, die die wahren (Umwelt-) Kosten auf Dritte (globaler Süden, zukünftige Generationen) verlagert, „externalisiert“.
(2) Ungelöste Verteilungskonflikte und ungleiche Machtverhältnisse, die den Status Quo westlicher Gesellschaften zu erhalten suchen.
(3) Mangelnder Mut zur politischen Gestaltung, konkreter Umsetzung und klarer Kommunikation.
(4) Vernachlässigung der sozial- kulturellen Dimensionen des Wandels: Nicht nur Armutsbekämpfung im globalen Süden, sondern „Gutes Leben für alle“ bei sich zuspitzender Klimakrise und Wahrung der planetaren Grenzen.

Dazu braucht es Politikinstrumente und Rahmenbedingungen, die Markt und Wettbewerb in Richtung von (mehr) Gemeinwohlökonomie und internationaler Solidarität fördern – mit dem deutlichen Instrument einer internationalen, fairen und sozial-gerechten CO2-Bepreisung für alle gesellschaftliche Sektoren, auch als Wiederbelebung des ethisch bestimmten Verursacherprinzips.
Notwendig sind angemessene  Mitwirkungsmöglichkeiten der Zivilgesellschaften in Entscheidungsprozessen, mutige Investitionen in Bildung Nachhaltige Entwicklung und geeignete Infrastrukturen für verändertes Mobilitäts- und Ernährungsverhalten. Die Transformationsschritte sind mit handfesten Verteilungskonflikten verbunden, die jedoch – mit richtigen Voraussetzungen und politischen Stellschrauben – zu neuen, fair zu verteilenden Perspektiven führen können. Der politische Populismus profitiert von materiellen und ideellen Verlustängsten, verstärkt sie gezielt durch Abschieben auf Feindbilder und auf nationalistische Utopien; hier müssen alle Teile der Gesellschaft – Politik, Wirtschaft, Religionsgemeinschaften, Zivilgesellschaft – regelbasiert,  demokratisch, multilateral und partnerschaftlich zusammenwirken. Dazu muss das „kulturelle Bedeutungsgewebe“ aus unterschiedlichsten Lebensgegebenheiten anerkannt und wertgeschätzt, ein sich veränderndes Verständnis von „Wohlstand“, Lebensqualität, Einkommen und Konsum gefördert werden. Abkehr vom fossil-basierten „Wachstums“-Narrativ, Anerkennung der planetaren Grenzen, technische Innovationen, wirtschaftliche Effizienz, deutlich verstärkte Kultur von Suffizienz in westlichen Gesellschaften sind Stichworte, „die Tugend des rechten Maßes“. Dabei bedarf es – gegenüber einzelnen und global – verstärkter Solidarität und Zusammenarbeit ohne Paternalismus und Kolonialismus; beispielsweise müssen ärmere Länder, in denen der größte Investitionsbedarf und das kostengünstigste Anwendungspotenzial für regenerative Energien bestehen, durch Finanzierungshilfen und partnerschaftliche Zusammenarbeit befähigt werden, ökologische Technologien und Wirtschafts- Möglichkeiten flächendeckend anzuwenden und selbst (weiter) zu entwickeln.

Zum Weiterlesen:

Die Veranstalter:
Protect the Planet und Partnerorganisationen: Fridays for Future München, Students4Future München,Parents4Future München, Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe München, forum Nachhaltig Wirtschaften, Greencity – der Verein, Münchner Initiative Nachhaltigkeit,Raus-aus-der-Steinkohle München, Fossil Free München, Scientists4Future München, oekom e.V., Netzwerk Saubere Energie München

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