Nach einer erfolgreichen Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH), fachlich und finanziell unterstützt durch Umweltinstitut München und Protect the Planet, steht der nächste Schritt an: Gemeinsam mit PAN Germany und Robin Wood fordern die Organisationen die Bundesregierung auf, sich auf EU-Ebene gegen eine weitere Genehmigung des extrem klimaschädlichen Pestizids Sulfurylfluorid einzusetzen.
Sulfurylfluorid wird unter anderem zur Begasung von Holz für den Export eingesetzt. Das hochgiftige Gas ist über einen Zeitraum von 20 Jahren betrachtet 7.510-mal so klimaschädlich wie CO₂. Allein in Deutschland verursacht sein Einsatz jährlich eine Klimawirkung von rund 2,8 Millionen Tonnen CO₂. Dabei gibt es längst klimafreundlichere Alternativen zur Schädlingsbekämpfung. Das Umweltinstitut München informiert über die Risiken des Klimagifts.
Erfolgreiche Klage – jetzt muss die EU nachziehen
Im April 2026 wurde nach einer Klage der Deutschen Umwelthilfe die Zulassung des Pestizids ProFume für die Containerbegasung von Exportholz in großen deutschen Seehäfen teilweise widerrufen. Protect the Planet hat das Verfahren gemeinsam mit dem Umweltinstitut München fachlich und finanziell unterstützt.
Doch das Problem ist damit nicht gelöst: Andere Anwendungen sind weiterhin erlaubt, vorhandene Bestände dürfen noch bis Oktober 2027 aufgebraucht werden.
Gemeinsamer Appell an die Bundesregierung
Die aktuelle EU-Genehmigung für Sulfurylfluorid läuft Ende Januar 2027 aus. Im zuständigen EU-Ausschuss SCoPAFF stehen Beratungen am 12. und 13. November sowie am 14. und 15. Dezember 2026 an. Eine Entscheidung über die Verlängerung könnte bei einem dieser Treffen fallen.
In einem gemeinsamen offenen Brief an Bundesumweltminister Carsten Schneider und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer fordern Protect the Planet, die Deutsche Umwelthilfe, das Umweltinstitut München, PAN Germany und Robin Wood, einer erneuten Genehmigung nicht zuzustimmen.
Bereits im Mai 2026 hatten die drei Organisationen DUH, Umweltinstitut München und Protect the Planet ein Ende der EU-Genehmigung gefordert.
Bei der letzten Entscheidung 2023 hatte sich Deutschland enthalten. Diesmal erwarten die Organisationen eine klare Haltung: Keine weitere Verlängerung für ein hochgiftiges, extrem klimaschädliches Pestizid, für das längst Alternativen existieren!


