Das Bild Zeigt eine Konferenz.

UN-Klimakonferenz Bonn 2026: Drei junge Klimaaktivist*innen berichten von den SB64-Verhandlungen

Das Bild Zeigt eine Konferenz.

Die UN-Klimakonferenz Bonn 2026 (SB64) fand vom 8. bis 18. Juni 2026 auf dem UN-Campus und im World Conference Center Bonn (WCCB) statt. Als wichtigstes Vorbereitungstreffen für die Weltklimakonferenz COP31 in Antalya (Türkei) kamen Tausende Delegierte aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die Themen KlimafinanzierungEmissionsminderung und eine gerechte Transformation.

Für Protect the Planet ist die Förderung junger Menschen in der internationalen Klimapolitik ein wichtiges Anliegen. Deshalb haben wir drei engagierte Aktivist*innen der Klimadelegation e.V. unterstützt und ihnen Badges ermöglicht, mit denen Vertreter*innen der Zivilgesellschaft Zugang zu den offiziellen Verhandlungen erhalten.

Die Klimadelegation: Junge Stimmen für mehr Klimagerechtigkeit

Die Klimadelegation e.V. ist ein politisch unabhängiger Zusammenschluss junger Menschen, die sich für ambitionierte internationale Klimapolitik einsetzen. Die Mitglieder begleiten regelmäßig die UN-Klimakonferenzen in Bonn sowie die jährlichen COPs und engagieren sich für globale, intergenerationale und intersektionale Klimagerechtigkeit.

Darüber hinaus unterstützt die Organisation junge Klimaaktivist*innen aus aller Welt bei der Teilnahme an den Konferenzen – etwa durch Hilfe bei Visa, der Organisation von Badges oder der Vermittlung von Unterkünften. So wird die Beteiligung der internationalen Zivilgesellschaft gestärkt und jungen Menschen eine Stimme in den Klimaverhandlungen gegeben.

Meret: Große Warnzeichen bei den Verhandlungen zur Klimaanpassung

Als Teil der Zivilgesellschaft innerhalb von YOUNGO und dem Climate Action Network (CAN) begleitete Meret in der ersten Woche der SB64 insbesondere die Verhandlungen zur Klimaanpassung und zum Global Goal on Adaptation (GGA). Ihre Arbeit bestand aus der Analyse der laufenden Verhandlungen, der Entwicklung gemeinsamer Positionen sowie Gesprächen mit Delegationen – unter anderem der Europäischen Union und der Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS).

Ein Schwerpunkt der Verhandlungen war die Entwicklung von Indikatoren, mit denen Fortschritte bei der Klimaanpassung künftig messbar gemacht werden sollen. Zwar wurden diese nach langen Diskussionen beschlossen, sie können jedoch noch nicht angewendet werden. Gleichzeitig bleibt die Finanzierung der Anpassungsmaßnahmen („Means of Implementation“) weiterhin ungeklärt.

Besonders kontrovers diskutiert wurden die Finanzierung der Klimaanpassung sowie die Zusammensetzung einer Taskforce im Rahmen der Belém-Addis Vision, die die neuen Indikatoren praktisch umsetzen soll. Während Industriestaaten die Taskforce vor allem als technisches Gremium sehen wollten, forderten Länder des Globalen Südens eine stärkere politische Beteiligung.

Auch die Diskussionen über die Klimafinanzierung sorgten für Spannungen. Nachdem sich die Staaten auf der COP30 grundsätzlich auf eine Verdreifachung der Mittel für Anpassungsfinanzierung verständigt hatten, wollten viele Entwicklungsländer diese Zusage auch im GGA-Beschluss verankern. Industriestaaten lehnten dies mit Verweis auf unterschiedliche Verhandlungsmandate ab.

Für Meret verdeutlichten diese Diskussionen, wie eng Klimaanpassung und Klimafinanzierung miteinander verknüpft sind. Künftig möchte sie beide Themen noch stärker zusammenbringen und den Austausch zwischen Anpassungs- und Finanzverhandler*innen fördern.

Das Ergebnis der Verhandlungen ist jedoch ernüchternd: Für den GGA konnte kein gemeinsamer Beschluss erzielt werden. Stattdessen wurde das Verfahren nach Rule 16 vertagt und auf die COP31 verschoben. Damit gibt es vorerst weder eine Taskforce zur Weiterentwicklung der Indikatoren noch weitere Workshops im Rahmen der Baku Adaptation Roadmap – wertvolle Zeit im Kampf gegen die Klimakrise geht verloren.

Neben den Verhandlungen koordinierte Meret die YOUNGO-Arbeitsgruppe für Klimaanpassung und unterstützte zahlreiche junge Teilnehmende beim Einstieg in die komplexen Prozesse der UN-Klimaverhandlungen. Besonders wertvoll war für sie zudem der Austausch im Bonn Climate Camp, wo Aktivist*innen ihre Erfahrungen, Sorgen und Ideen miteinander teilen konnten.

Romie: Erste Anzeichen für Institutionelle Reformen im UNFCCC

Romie begleitete auf der UN-Klimakonferenz Bonn 2026 die Verhandlungen zum Themenbereich Arrangements for Intergovernmental Meetings (AIM). In diesem Verhandlungsstrang beraten die Vertragsstaaten über die Organisation und Weiterentwicklung der internationalen Klimaverhandlungen.

Im Mittelpunkt standen Fragen zur Effizienz der Verhandlungen, zur Beteiligung nichtstaatlicher Akteure sowie mögliche Reformen der Entscheidungsprozesse. Erstmals war deutlich zu erkennen, dass viele Staaten den Wunsch äußerten, die Arbeitsweise der UN-Klimaverhandlungen grundlegend weiterzuentwickeln.

Als Mitglied der Klimadelegation arbeitet Romie in einer internationalen Koordinierungsgruppe mit, die gemeinsame Positionen der Zivilgesellschaft zu institutionellen Reformen entwickelt. Während der SB64 führte die Gruppe zahlreiche Gespräche mit Delegationen, darunter Vertreter*innen von AOSIS, der Europäischen Union, AILAC, Äthiopien, Australien, Norwegen und der Schweiz. Ein besonderer Schwerpunkt lag darauf, den Austausch mit den zukünftigen COP-Präsidentschaften zu stärken.

Darüber hinaus startete die Gruppe ein neues Micro-Grant-Programm, das engagierte Menschen unterstützt, die bereits zu institutionellen Reformen arbeiten. Ziel ist es, Perspektiven aus unterschiedlichen Regionen und Communities stärker in die internationalen Klimaverhandlungen einzubringen.

Auch die Beratungsgruppe des UNFCCC-Exekutivsekretärs stellte erste Reformideen vor. Neben ihrem Schwerpunkt auf institutionellen Reformen verfolgte Romie weiterhin intensiv die Verhandlungen zur internationalen Klimafinanzierung. Insbesondere mit deutschen Verhandler*innen tauschte sie sich über die Weiterentwicklung des Arbeitsprogramms zu Artikel 9 des Pariser Klimaabkommens aus.

Junge Beteiligung stärkt internationale Klimapolitik

Die UN-Klimakonferenz Bonn 2026 hat erneut gezeigt, wie wichtig die Beteiligung junger Menschen an internationalen Klimaverhandlungen ist. Sie bringen neue Perspektiven ein, vernetzen Akteur*innen weltweit und tragen dazu bei, dass Themen wie Klimagerechtigkeit, Klimafinanzierung und Klimaanpassung stärker in den politischen Fokus rücken.

Protect the Planet freut sich, engagierte junge Menschen wie Meret und Romie auf diesem Weg unterstützen zu können. Denn wir sind überzeugt: Eine erfolgreiche internationale Klimapolitik braucht die Stimmen der nächsten Generation.

Weitere News

Man sieht Dorothea Sick-Thies vor sonnenbeleuchteten jungen Bäumen. Dazu der Text: Klimakommentar von Dorothea Sick-Thies

Mikroplastik, Energiewende und der Wille zur Veränderung

Vielleicht kennen Sie das auch: diesen Moment der Irritation, wenn es im März schon Erdbeeren gibt, wenn ein Flug nach Mallorca nur 15 € kostet, wenn bei der Fahrradtour ins Grüne Folientunnel an Folientunnel das Landschaftsbild prägen. Gerade jetzt im Frühling fallen diese Dinge auf.

...mehr

Unsere Vision:

Die Klimakrise
stoppen

Wir tragen dazu bei, die Klimakatastrophe zu verhindern und unseren Planeten lebenswert und gerecht zu gestalten.

Aktuelle Events

EVENT-KALENDER

Unsere Veranstaltungsreihe informiert über eine große Bandbreite an Themen rund um Umwelt- und Naturschutz, Klimakrise, Energie- und Mobilitätswende sowie über einen nachhaltigen Lebensstil.

Zahlreiche Expertinnen und Experten gehen mit uns den drängenden Fragen unserer Zeit auf den Grund: wie lebe ich klimafreundlich?

Unsere Themen