Hitze in Deutschland: Ein wachsendes Gesundheitsrisiko

Die Sommer werden heißer – und unsere Städte gleich mit. Versiegelte Flächen, dichte Bebauung und fehlendes Stadtgrün führen dazu, dass sich Straßen, Plätze und Wohnviertel immer stärker aufheizen. Besonders gefährlich ist das für ältere Menschen, Kinder, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen.

Hitze gilt inzwischen als das größte klimawandelbedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. Die Zahl der hitzebedingten Todesfälle steigt seit Jahren an. Seit den 1990er-Jahren hat sie sich nahezu verdoppelt. Die Folgen von Extremhitze reichen von Kreislaufproblemen und Dehydrierung bis hin zu schweren gesundheitlichen Notfällen.

Hitzeaktionstag 2026: Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze

Trotz der wachsenden Gesundheitsrisiken sind Deutschland sowie das Gesundheits- und Sozialsystem noch nicht ausreichend auf längere Hitzeperioden vorbereitet. Gleichzeitig fehlt vielen Menschen das Wissen darüber, wie sie sich selbst und besonders gefährdete Personen wirksam schützen können.

Um diese Lücke zu schließen und den Hitzeschutz stärker in den Fokus der Öffentlichkeit zu rücken, wurde der Hitzeaktionstag ins Leben gerufen. Im Jahr 2026 engagieren sich mehr als 125 Organisationen für das gemeinsame Ziel, Menschen besser vor den Folgen extremer Hitze zu schützen.

Zu den Initiatoren gehören unter anderem die Bundesärztekammer, KLUG – Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit, die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat, der GKV-Spitzenverband und die Klima-Allianz Deutschland.

Unter dem Motto „Gemeinsam vorsorgen gegen Extremhitze“ macht der Hitzeaktionstag auf die gesundheitlichen Risiken aufmerksam und fordert konkrete Schutzmaßnahmen (zum Positionspapier). Denn Hitzewellen werden häufiger, intensiver und länger – und damit steigt auch der Handlungsbedarf.

Was kann jede und jeder tun?

Auf persönlicher Ebene helfen bereits einfache Maßnahmen:

  • Ausreichend Wasser trinken
  • Direkte Sonneneinstrahlung vermeiden
  • Schatten und kühle Orte aufsuchen
  • Leichte, helle Kleidung tragen
  • Auf besonders gefährdete Menschen im Umfeld achten

Auch KLUG bietet Informationsmaterialien, Beratungsangebote und Workshops rund um das Thema Hitzeschutz an.

Aufeinander achten – Empathie als der beste Hitzeschutz

Hitze betrifft nicht alle Menschen gleichermaßen. Besonders obdachlose Menschen, ältere Personen oder Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen sind gefährdet.

Deshalb gilt: Seien Sie aufmerksam. Wenn Sie bemerken, dass jemand unter der Hitze leidet, bieten Sie Hilfe an – beispielsweise ein Glas Wasser oder einen Platz im Schatten. Fragen Sie nach, ob Unterstützung benötigt wird. In akuten Notfällen wählen Sie den Notruf 112.

Denn oft ist gegenseitige Aufmerksamkeit der wirksamste Hitzeschutz.

Hitze in München

Die Hitzeentwicklung wird sich in den nächsten Jahren voraussichtlich noch weiter verschärfen:

(c) Baumentscheid

Der Hitze-Check der Deutschen Umwelthilfe bewertet Städte unter anderem nach Beschattung, Versiegelung und Hitzebelastung. Die Ergebnisse zeigen: Viele Städte müssen deutlich mehr tun, um ihre Bevölkerung vor Extremhitze zu schützen.

Auch München spürt die Auswirkungen des Klimawandels bereits deutlich. Straßen, Plätze und Gebäude speichern Wärme und geben sie nachts nur langsam wieder ab. Dadurch entstehen sogenannte Hitzeinseln, die besonders während langanhaltender Hitzewellen zur Belastung werden.

Der BaumEntscheid München: Bäume und Entsiegelung als wirksamer Hitzeschutz

Ein zentraler Baustein für lebenswerte und klimaresiliente Städte sind Bäume. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung durch Verdunstung und verbessern die Luftqualität. Deshalb setzt sich der BaumEntscheid München über ein Bürgerbegehren für ein flächendeckendes Netzwerk aus Straßenbäumen mit mindestens 30 Prozent Baumkronenüberdeckung ein.

Bürgerbegehren sind ein wichtiges demokratisches Instrument, um gesellschaftlichen Wandel voranzubringen und konkrete Klimaschutzmaßnahmen auf kommunaler Ebene verbindlich zu machen. Der BaumEntscheid zeigt eindrucksvoll, wie engagierte Menschen gemeinsam Lösungen für eine klimaresiliente Stadt entwickeln.

Als Protect the Planet unterstützen wir den BaumEntscheid München von Beginn an maßgeblich – sowohl finanziell als auch mit unserer Erfahrung und Expertise aus erfolgreichen Bürgerbegehren wie dem Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle“.

Mehr erfahren: https://www.baumentscheid-muenchen.de/

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