Ohne biologische Vielfalt gibt es keine lebenswerte Zukunft. Zum Weltnaturschutztag rückt ein Thema in den Mittelpunkt, das oft im Schatten der Klimakrise steht – obwohl beide untrennbar miteinander verbunden sind: der Schutz unserer Biodiversität.
Intakte Ökosysteme sichern fruchtbare Böden, sauberes Wasser, die Bestäubung unserer Nutzpflanzen und ein stabiles Klima. Sie sind die Grundlage unseres Lebens und unserer Wirtschaft. Doch weltweit und auch in Deutschland schreitet das Artensterben weiter voran. Lebensräume verschwinden, Tier- und Pflanzenarten gehen unwiederbringlich verloren und natürliche Ökosysteme verlieren ihre Fähigkeit, den Folgen der Klimakrise standzuhalten. Gleichzeitig verstärken sich Biodiversitätskrise und Klimakrise gegenseitig – sie lassen sich deshalb nur gemeinsam lösen.
Der Staat steht in der Verantwortung
Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichtet den Staat, die natürlichen Lebensgrundlagen auch in Verantwortung für künftige Generationen zu schützen. Dennoch fehlen bis heute ausreichend verbindliche gesetzliche Regelungen, um den dramatischen Verlust der biologischen Vielfalt wirksam aufzuhalten. Bestehende Ziele werden regelmäßig verfehlt, während gleichzeitig wichtige Naturschutzstandards unter Druck geraten.
Deshalb hat der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) gemeinsam mit mehreren Einzelkläger*innen im Oktober 2024 Verfassungsbeschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingereicht. Die Naturschutzklage fordert ein wirksames und verfassungskonformes Schutzkonzept für die Biodiversität und macht deutlich: Der Schutz der biologischen Vielfalt ist keine freiwillige politische Aufgabe, sondern ein verfassungsrechtlicher Auftrag.
Protect the Planet unterstützt die Klage
Protect the Planet begleitet die Verfassungsbeschwerde fachlich und finanziell. Denn Naturschutz ist Menschenschutz. Wer Artensterben und den Verlust natürlicher Lebensräume hinnimmt, gefährdet unsere Ernährung, unsere Gesundheit, unsere Wasserversorgung und die Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen.
Die Verfassungsbeschwerde knüpft dabei an die wegweisende Klimaschutzentscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2021 an, mit der das Gericht den Schutz künftiger Generationen ausdrücklich gestärkt hat. Nun geht es darum, diesen verfassungsrechtlichen Schutz auch auf die Biodiversitätskrise konsequent anzuwenden.
Weltnaturschutztag: Zeit zu handeln
Der Weltnaturschutztag erinnert uns daran, dass der Schutz der Natur kein Randthema ist. Gesunde Wälder, Moore, Flüsse, Wiesen und Meere sind unsere beste Lebensversicherung – für das Klima ebenso wie für die Artenvielfalt und letztlich für uns selbst.
Deshalb braucht es nicht nur ambitionierte politische Ziele, sondern verbindliche Gesetze und deren konsequente Umsetzung. Die Biodiversitäts-Verfassungsbeschwerde setzt genau hier an: Sie fordert, dass der Staat seiner Verantwortung gerecht wird und die natürlichen Lebensgrundlagen wirksam schützt.
Nur wenn wir Natur- und Klimaschutz gemeinsam denken, können wir auch die Zukunft kommender Generationen sichern.

Gründerin Protect the Planet
„Der Biodiversitätsverlust ruiniert Voraussetzungen menschenrechtlicher Freiheit wie Leben, Gesundheit und Ernährungssicherheit. Umgekehrt droht, dass ein wirksamer Naturschutz solange vertagt wird, bis Naturschutz nur noch mit massiven Freiheitseingriffen machbar ist. Wir wollen Freiheit und Demokratie langfristig bewahren und fordern deshalb ein gesetzliches Schutzkonzept für die Natur.“
Weitere Informationen
- Update der Klage: Naturschutz ist Menschenschutz
- Verfassungsbeschwerde – neuer Schriftsatz
- Das Artensterben ist noch fataler als der Klimawandel (DIE ZEIT, 27.12.2025, Felix Ekardt)
- Vorbereitender internationaler Fachartikel (Environmental Sciences Europe 2023 von Felix Ekardt u.a.)
Die Unterstützer der Klage




