Protest vor dem Dt. Bundestag für baldigen Gasausstieg

Gaskostenfalle vermeiden: Protect the Planet unterstützt offenen Brief an die Bundesregierung

Protest vor dem Dt. Bundestag für baldigen Gasausstieg

Die aktuellen Klimaprojektionen des Umweltbundesamtes zeigen deutlich: Deutschland steuert auf ein massives Verfehlen seiner Klimaziele zu. Gleichzeitig droht die Bundesregierung, mit einer rückwärtsgewandten Energiepolitik neue fossile Abhängigkeiten zu zementieren. Vor diesem Hintergrund unterstützt Protect the Planet einen offenen Brief an die Bundestagsabgeordneten von Union und SPD.

Klimaziele in Gefahr: Handlungsdruck wächst

Am 9. März 2026 veröffentlichte das Umweltbundesamt (UBA) die aktuellen Treibhausgas-Projektionen für Deutschland. Die Zahlen sind alarmierend (Pressemitteilung Agora Energiewende):

  • Deutschland droht seine Ziele der EU-Klimaschutzverordnung (Effort Sharing Regulation, ESR) um 255 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente zu verfehlen
  • Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Lücke sogar um 29 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente vergrößert
  • Der verbleibende Zielpuffer bis 2030 ist nahezu vollständig aufgebraucht: von ursprünglich 81 Millionen Tonnen auf nur noch 3,8 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente

Besonders problematisch bleiben die Sektoren Verkehr und Gebäude, die weiterhin deutlich hinter den erforderlichen Emissionsminderungen zurückbleiben.

Noch vor einem Jahr war das Umweltbundesamt von einer deutlich stärkeren Emissionsreduktion ausgegangen. Die aktuelle Entwicklung ist daher nicht nur ein Rückschlag für den Klimaschutz, sondern verlängert auch Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Energieträgern.

Gleichzeitig gilt es, die Grenzen der Projektionen zu berücksichtigen: Die Modellierungen basieren auf einem Stand von Ende November 2025. Neuere politische Entwicklungen, etwa im Energierecht oder geopolitische Veränderungen, konnten nicht mehr einbezogen werden. Dennoch bleibt die zentrale Aussage eindeutig: Deutschland braucht dringend zusätzliche, ambitionierte Klimaschutzmaßnahmen.

Fehlsteuerung in der Energiepolitik: Zurück zum Gas?

Statt die notwendigen Konsequenzen zu ziehen, droht die Bundesregierung derzeit in die entgegengesetzte Richtung zu gehen. Mit geplanten Änderungen am Heizungsgesetz könnte der Einbau neuer Gasheizungen wieder erleichtert werden.

Das hätte gravierende Folgen:

  • neue Importabhängigkeiten von fossilem Gas
  • steigende Kostenrisiken für Haushalte
  • Verzögerungen bei der kommunalen Wärmewende

Besonders kritisch ist dabei die Rolle von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, die zentrale Weichenstellungen in der Energiepolitik verantwortet.

Die Gaskostenfalle: Ein wachsendes Risiko für Haushalte

Rund die Hälfte der Haushalte in Deutschland heizt aktuell mit Gas – bei gleichzeitig hoher Importabhängigkeit. Wer heute noch in eine neue Gasheizung investiert, geht ein erhebliches finanzielles Risiko ein.

Der Grund: Mit dem fortschreitenden Umstieg auf klimafreundliche Heizsysteme wie Wärmepumpen wird das Gasnetz zunehmend von weniger Haushalten genutzt. Die Fixkosten verteilen sich dann auf immer weniger Verbraucher:innen.

Eine aktuelle Fraunhofer-Studie zeigt: Netzgebühren könnten für verbleibende Gaskund*innen auf 3.300 bis 4.300 Euro pro Jahr steigen

Damit droht vielen Haushalten eine langfristige Kostenfalle – zusätzlich zu steigenden CO₂-Preisen.

Offener Brief: Gemeinsam gegen das Gas-Chaos

Vor diesem Hintergrund unterstützt Protect the Planet den offenen Brief „Energieunabhängigkeit durch Gasaussteig ermöglichen“ an die Bundestagsabgeordneten von Union und SPD.

Die zentralen Forderungen:

  • Bürgerinnen und Bürger vor der Gaskostenfalle schützen
  • Planungssicherheit für Kommunen schaffen
  • Gasimporte reduzieren statt neue Abhängigkeiten aufzubauen

Den vollständigen offenen Brief findet ihr hier.

Gaskostenfalle: Was jetzt passieren muss

Um die Klimaziele noch zu erreichen und soziale Härten zu vermeiden, braucht es jetzt entschlossenes politisches Handeln. Dazu gehören insbesondere:

  • gezielte Investitionen in eine klimaneutrale Infrastruktur
  • zusätzliche Ausschreibungen für erneuerbare Energien, insbesondere Windkraft an Land
  • verlässliche CO₂-Flottengrenzwerte zur Stärkung der Elektromobilität
  • ein wirksamer Mieterschutz, der Haushalte vor steigenden Heizkosten schützt und gleichzeitig Investitionen in klimafreundliche Heizsysteme fördert

Die aktuellen Projektionen sind ein Weckruf. Deutschland kann es sich weder klimapolitisch noch wirtschaftlich leisten, weiter auf fossiles Gas zu setzen.

Jetzt ist der Moment, die richtigen Entscheidungen zu treffen – für Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und echte Energieunabhängigkeit!

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