Ein breites Bündnis aus Umweltverbände, Gesundheitsorganisationen, Sozialverbänden, Landwirtschaft und Zivilschutz fordert die Bundesregierung auf, im Rahmen eines Hitzegipfels jetzt mehr Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen zu beschließen.
Extreme Hitze ist längst Realität
Die Klimakrise ist längst keine abstrakte Bedrohung mehr. Sie ist spürbar – in unseren Städten, auf unseren Feldern, in unseren Wäldern und in unseren Wohnungen. Rekordtemperaturen, langanhaltende Hitzewellen, Dürren und Waldbrände nehmen zu. In vielen Regionen Europas schwere Waldbrände. Rekordtemperaturen von über 40 Grad werden zum wiederholten Mal in diesem Sommer in Deutschland gebrochen. Hitze ist bereits heute eines der größten klimabedingten Gesundheitsrisiken in Deutschland und fordert jedes Jahr Tausende Menschenleben.
Dennoch fehlt bislang eine entschlossene politische Antwort auf diese Entwicklung. Stattdessen schweigen Bundeskanzler Merz und Vize-Kanzler Klingbeil. Im Gegenteil: Die schwarz-rote Bundesregierung schwächt den Klimaschutz und kürzt Mittel für notwendige Investitionen zur Sicherung der öffentlichen Ordnung und Gesundheit. Kommunen und soziale Einrichtungen müssen kühle Orte schaffen, Personal anstellen, Gebäude energetisch sanieren, ohne dafür ausreichend finanziert zu sein. Deshalb unterstützt Protect the Planet gemeinsam mit zahlreichen Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Zivilschutz, Gesundheit, Umwelt und Klima den gemeinsamen Appell „Hitzegipfel jetzt!“ an die Bundesregierung.
5-Punkte-Plan
Das Bündnis fordert Merz und sein Kabinett auf, sich zu positionieren, und Entscheidungen zu treffen, die die Menschen akut vor den Folgen der Klimakrise, Hitze, Dürre und Extremwetter schützen.
Der gemeinsame Forderungskatalog umfasst fünf zentrale Maßnahmen:
- Hitzegipfel einberufen: Die Bundesregierung muss umgehend einen Hitze- und Feuerschutzgipfel einberufen, in dem Akteur*innen und Expert*innen Gehör finden und in die Entscheidungsfindung der Regierung eingebunden werden.
- Einführung eines bundesweiten Hitzeschutzplans, mit klaren Zuständigkeiten, einer langfristigen Finanzierung sowie bundesweiten flächendeckenden, verständlichen Warnsystemen.
- Die Gemeinschaftsaufgaben “Kommunaler Klimaschutz” sowie “Naturschutz und Klimaanpassung” müssen als eine gemeinsame Verantwortung von Bund und Ländern in Artikel 91a des Grundgesetzesverankert werden, damit Städte und Gemeinden dauerhaft handlungsfähig werden.
- Klimaschutz und Klimaanpassung finanzieren: Ein ungebremster Klimawandel verursacht gewaltige Kosten. Jeder Euro Vorsorge ersetzt ein Vielfaches an Kosten für Nachsorge. Es braucht deshalb die Sicherung ausreichender Finanzierung durch den Bund.
- Abkehr von fossilen Brennstoffen: Statt weitere Milliarden in klimaschädliche Abhängigkeiten zu stecken, muss sich Deutschland unabhängig von fossilen Energien machen. Dafür ist die Bundesregierung gefordert, die Elektrifizierung voranzutreiben sowie erneuerbare Energien, klimafreundliche Wärme und die klimaneutrale und sozialverträgliche Mobilität mit Bahn, Bus und Rad konsequent auszubauen.
Klimaschutz ist Gesundheitsschutz
Für Protect the Planet ist klar: Klimaschutz und Klimaanpassung gehören zusammen. Selbst wenn die Emissionen heute weltweit drastisch sinken würden, werden Hitzewellen in den kommenden Jahren häufiger auftreten. Deshalb müssen wir unsere Städte klimaresilient gestalten, mehr Grünflächen schaffen, Gebäude besser anpassen und besonders gefährdete Menschen schützen.
Gleichzeitig dürfen wir die Ursachen der Erderhitzung nicht aus dem Blick verlieren. Jeder vermiedene Ausstoß von Treibhausgasen trägt dazu bei, die Folgen der Klimakrise zu begrenzen. Klimaschutz ist deshalb immer auch Gesundheits-, Natur- und Bevölkerungsschutz.
Protect the Planet unterstützt den offenen Brief gemeinsam mit zahlreichen Organisationen aus Umwelt, Gesundheit, Landwirtschaft und Zivilgesellschaft. Wir fordern die Bundesregierung auf, den Schutz der Menschen vor den Folgen der Klimakrise endlich zur politischen Priorität zu machen.
„Hitze ist längst kein Ausnahmeereignis mehr, sondern ein ernstes Gesundheits- und Sicherheitsrisiko. Jede Hitzewelle zeigt, dass wir keine Zeit mehr verlieren dürfen! Klimaschutz und Klimaanpassung müssen deshalb endlich zur politischen Priorität werden!“
Jana Häfner, Projektmanagerin bei Protect the Planet
Zum Weiterlesen:
- KlimaAllianz Deutschland, Pressemitteilung vom 31.07.2026: „Erneute Extremhitze: Verbände fordern Hitzegipfel“

