„Des Kaisers neue Kleider“ – Kinder sehen, wovor Erwachsene die Augen verschließen!

Jakob (12) möchte, dass wir am 25.3.2022 für Klimaschutz demonstrieren gehen und hat uns dazu ein Video geschickt. Warum demonstrieren?

Tempolimits, Tankrabatte, Teuerungsraten – unsere Debatten sind teils kleingeistig, teils gut begründete Sorgen von Menschen, die mit den nun hohen Kosten, welche durch Jahreslanges Versagen von Staat und Gesellschaft in der Energiewende verursacht wurden – und die nun durch den Krieg in der Ukraine noch offensichtlicher an uns herantreten.

Das Rad der Zeit kann man nicht zurückdrehen – aber man kann sich anschauen, wie junge Menschen ernsthaft in die Klimadebatte eingestiegen sind und daraus lernen.

Drei Jahre Fridays for Future:
„Kinder haften für ihre Eltern“

Vor drei Jahren, am 15. März 2019 gab es den ersten globalen Klimastreik – mit der Aufforderung, den Freitag als Zukunftstag der Hoffnung zu etablieren und so lange zu streiken, bis das Thema Klimaschutz den Stellenwert bekommt, der notwendig ist, um die Menscheit vor der Klimakatastrophe zu bewahren – und es geht ja nur noch um Schadensbegrenzung, denn die Schäden sind weltweit aber auch bei uns wie im Ahrtal zu spüren.

„Die Fridays“ sind nun drei Jahre alt – und längst ein geflügeltes Wort und weit mehr als die zahlreichen Protestierenden, die sich landesweit unermüdlich vor Rathäusern, Gemeinden und in Fußgängerzonen versammeln – und auch keine leichte Zeit mit der Pandemie hinter sich haben.

Mit der Studie des Wuppertalinstituts haben die jungen Menschen gezeigt, dass sie eine ernsthafte Debatte wünschen und nicht nur naive Forderungen stellen. Die Fridays wollen weder inhaltlich noch medial oder politisch marginalisiert werden, sondern steigen mit deutlich mehr Ernst in das Thema ein, als weite Bereiche der Politik.

In den 1990er Jahren gab es Flyer „Kinder haften für ihre Eltern“ – als teil bekannter werdender UN-Kinderrechte und verschiedener Kampagnen aus der Kinderpartizipation und Umweltbewegung. Heute muss man konstatieren, dass Kinder mit Verantwortung und Ambition deutlich besser klar kommen als Erwachsene. Die Fridays fordern nicht etwa das Unmögliche, sondern das Machbare. In der Studie des Wuppertal Instituts sind Themen wie Tempolimits und eine veränderte Mobilität sehr deutlich umrissen – nur der politische Wille scheitert an der Unfähigkeit erwachsener, aus Notwendigkeiten auch vermentlich unpopuläre Maßnahmen zu ergreifen. Wie beim Märchen „des Kaisers neue Kleider“ sind es Kinder, die offensichtliche Wahrheiten aussprechen: „die Klimakrise bringt uns um.“

Seien wir also doch etwas mehr wie junge Menschen – und schließen wir uns for-future-Gruppen aller Kategorien an. Dort gibt es inzwischen von Eltern über Studierende über Berufsgruppen, Religionsgemeinschaften etc. Menschen die für eine Zukunft votieren – und das nicht nur Freitags. Machen wir was machbar ist und nicht was am wenigsten unpopulär ist.

Danke Jakob, wir nehmen Deine Einladung gerne an!