Im Mai wird es in München ein Protestcamp und Events gemeinsam mit Delegierten des indigenen Volkes der Sámi geben. Dabei werden politische Panels, Diskussionen und Ausstellungen organisiert, die sich mit den sozialen und ökologischen Auswirkungen der Energiewende auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Klimaschutzmaßnahmen umgesetzt werden können, ohne die Rechte indigener Gemeinschaften zu verletzen.
Hintergrund der Veranstaltungen ist die wachsende Kritik an internationalen Energieprojekten europäischer Akteure. Auch die Stadtwerke München (SWM) stehen in diesem Zusammenhang in der Diskussion. Ihnen wird vorgeworfen, ihre Klimaziele unter anderem durch Investitionen in Windparks im Ausland zu erreichen, während lokale Ausbaupotenziale begrenzt genutzt werden. Besonders umstritten sind Projekte in Sápmi, dem traditionellen Siedlungsgebiet der Sámi in Nordskandinavien. Dort können Eingriffe in die Landschaft Auswirkungen auf die Rentierhaltung und damit auf zentrale Bestandteile der samischen Lebensweise haben.
Peoples Climate Case
Der People’s Climate Case ist eine der bekanntesten Klimaklagen in Europa. Im Mai 2018 haben sich zehn Familien aus Europa, Kenia und Fidschi sowie ein samischer Jugendverband zusammengeschlossen, um vor dem Europäischen Gericht (EuG) gegen die EU zu klagen. Sie argumentierten, dass die damaligen EU-Klimaziele nicht ausreichen, um ihre Grundrechte – etwa auf Leben, Gesundheit und Eigentum – angesichts der Klimakrise zu schützen. Deshalb forderten sie eine deutlich stärkere Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 und eine entsprechende Anpassung der EU-Klimapolitik durch das Europäische Parlament und den Rat der EU.
Im Jahr 2018 war auch Markus Raschke, Geschäftsführer von Protect the Planet, bei den Sámi vor Ort und hat sich mit CAN Europe für den Peoples Climate Case eingesetzt.
Das Gericht wies die Klage im April 2021 jedoch ab. Die Begründung: Die Kläger*innen seien nicht unmittelbar und individuell genug betroffen, um vor dem EU-Gericht klageberechtigt zu sein. Damit wurde der Fall in dieser Instanz zwar beendet, hat aber dennoch große Aufmerksamkeit für Klimagerechtigkeit und die Frage nach rechtlichem Klimaschutz in Europa geschaffen.
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More InformationWie die Sámi vom Klimawandel betroffen sind
Im People’s Climate Case spielte Schweden insbesondere durch die Beteiligung einer samischen Jugendorganisation eine wichtige Rolle. Die Sámi sind die indigene Bevölkerung Nordskandinaviens und leben in Norwegen, Schweden, Finnland und Russland. In Schweden gehören sie zu den besonders stark vom Klimawandel betroffenen Gruppen.
Im Verfahren war unter anderem der Sámi Youth Association Sáminuorra beteiligt. Die Sámi begründeten ihre Klage damit, dass der Klimawandel ihre Lebensweise direkt bedroht. Besonders betroffen ist die traditionelle Rentierhaltung, die stark von stabilen Schnee- und Eisbedingungen abhängt. Durch steigende Temperaturen verändern sich Weideflächen, Eisdecken brechen früher auf oder werden unberechenbar, was die Wanderungen der Rentiere erschwert und die Existenzgrundlage vieler samischer Familien gefährdet.
Für die Sámi ist der Klimawandel damit nicht nur eine Umweltfrage, sondern auch eine Frage von kulturellem Überleben und indigener Rechtewahrung. Ihre Beteiligung am People’s Climate Case hat die Klage besonders symbolträchtig gemacht, weil sie zeigt, dass die Folgen der Klimakrise ungleich verteilt sind und indigene Gemeinschaften in der Arktis zu den am stärksten betroffenen gehören.
Protest gegen grünen Kolonialismus in München
Ein zentraler Vorwurf gegen die Stadtwerke München (SWM) betreffen die Projekte in Sápmi, dem Siedlungsgebiet der indigenen Sámi in Nordskandinavien. Dort sind die SWM unter anderem an Windparks wie Fosen beteiligt. Diese stehen seit Jahren in der Kritik, da sie Auswirkungen auf die traditionelle Rentierhaltung haben können – eine zentrale Lebensgrundlage der Sámi. Insbesondere wird argumentiert, dass Windkraftanlagen Wanderwege von Rentieren beeinflussen und damit wirtschaftliche sowie kulturelle Praktiken der indigenen Bevölkerung beeinträchtigen.
Vom 20.-23. Im Mai veranstalten Aktivist*innen ein Protestcamp und mehrere Events in München, um auf das Thema aufmerksam zu machen:
Mittwoch, 20.05.2026
- Aufbau Camp auf dem Tunix-Gelände/Königsplatz + Ausstellung Electric Lies im Eine-Welt-Haus
- 19:00 Kennenlernen im Camp
Donnerstag, 21.05.2026
- 10:00 Gespräch zwischen Sámi-Delegierten & Münchner Politiker:innen im Rathaus
- Camp + Basteln im Camp
- 18:00 Panel „Green colonisation in Sápmi & German Involvement“, Eine-Welt-Haus (EWH)
- 20:00 Sámi Performance, EWH
- 21:30 Soziales & DJ, EWH
Freitag, 22.05.2026
- CAMP
- 16:00 Demo
- 18:00 Panel, EWH
- 19:30 Sámi Performance “Show Sámi Spirit-Let the mountain live“ @EWH
- 21:00 letztes soziales Get-Together + arktischer DJ

