KOHLEAUSSTIEG

Kohlekraftwerke sind eine Gefahr für Menschen und Umwelt!

Die Verbrennung von Kohle ist die umweltschädlichste Form der Energiegewinnung und trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Kohleemissionen sind gesundheitsschädlich, verursachen Krankheiten und führen zu frühzeitigen Todesfällen. Auf Grundlage der deutschen Grenzwerte für Luftverschmutzung und des Zeitplans für den Kohleausstieg werden die Emissionen aus deutschen Kraftwerken zwischen 2022 und 2038 voraussichtlich zu 26.000 zurechenbaren Todesfällen führen.

Und trotzdem finden sich in der Top-10-Liste der größten CO2-Verursacher Europas sieben Braunkohlekraftwerke aus Deutschland – in Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Sachsen: Neurath, Niederaußem, Jänschwalde, Weisweiler, Schwarze Pumpe, Lippendorf und Boxberg. Diesen Kohlendioxid-Schleudern verdanken wir es, dass Deutschland mit weitem Abstand der größte Treibhausgas-Emittent der EU ist.

Das deutsche „Kohleausstiegsgesetz“, welches Kraftwerkslaufzeiten bis zum Jahr 2038 erlaubt, ist absolut nicht tragbar. Belgien ist heute schon kohlefrei, Schweden steigt 2021 aus, Italien, Großbritannien sowie Österreich bis spätestens 2025 und sogar Griechenland will 10 Jahre vor Deutschland den Kohleausstieg realisieren.

Wir müssen damit aufhören, fossile Brennstoffe zu verbrennen – möglichst
schnell und möglichst überall.

Aber die deutsche Politik, die Energielobby und -Konzerne sorgen sich mehr um kurzfristige Wahlergebnisse und Gewinne als um den Klimaschutz. Durch den Braunkohleabbau wurden in Deutschland ganze Landstriche, Siedlungen und Dörfer zerstört, mehr als 100.000 Menschen verloren ihre Heimat und mussten umgesiedelt werden!


Und wofür? Für vermeintlich billigen Kohlestrom, der unsere Umwelt
und Gesundheit ruiniert. Das ist unsinnig und unverantwortlich. Deswegen engagiert sich Protect the Planet für einen vorzeitigen Kohleausstieg,
wie z. B. mit der Unterstützung für das Münchener Bürgerbegehren
„Raus aus der Steinkohle“.

ERFOLGREICHES BÜRGERBEGEHREN

„Raus aus der Steinkohle!“

Das Steinkohlekraftwerk HKW Nord verursacht jährlich mehr CO2-Emissionen als alle Autos und LKWs in München zusammen und sollte bis zum Jahr 2035 im Betrieb bleiben. 800.000 Tonnen Steinkohle verbrennt das Kraftwerk jährlich, wobei giftiges Quecksilber freigesetzt wird. Zudem kommt die importierte Kohle zu 40 % aus Tschechien sowie zu 60 % aus Nordamerika und Russland. 

Protect the Planet hat das Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle!“ auf vielen Ebenen persönlich und intensiv unterstützt, um die vorgezogene Abschaltung des Steinkohlekraftwerks HKW München Nord zu erwirken. Durch den Einsatz unseres Netzwerkes konnten zusätzliche namhafte Unterstützer und Mitstreiter gewonnen werden.

Die Anstrengungen waren groß, die Freude nach dem grandiosen Wahlergebnis noch größer. Doch der Kampf ist nicht zu Ende. Denn der Stadtrat der Stadt München hat beschlossen, das Kraftwerk bis mindestens 2026 laufen zu lassen, es aber deutlich vor 2028 abzuschalten. Damit wird der eindeutige Bürgerentscheid von der Politik untergraben.

  • Mehr als 50.000 Unterschriften konnten für das Bürgerbegehren „Raus aus der Steinkohle!“ gesammelt werden.

  • Die Münchner Bürgerinnen und Bürger haben am 5. November 2017 für eine vorgezogene Abschaltung des Steinkohlekraftwerks HKW Nord gestimmt.

  • Beim Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle!“  sprach sich eine deutliche Mehrheit von 60,2 Prozent für den vorzeitigen Kohle-Ausstieg bis 2022 aus.

  • In einzelnen Stadtbezirken wie Au-Haidhausen kam die Initiative sogar auf mehr als 70 Prozent.

  • Im aktuellen Koalitionsvertrag Grün-Roten Regierung wird der Kohleausstieg jedoch erst dann in Aussicht gestellt, wenn ein neues Gaskraftwerk errichtet wurde, für das es derzeit noch keine Baugenehmigung gibt und das laut Studien des TÜV und des ÖkoInstituts Freiburg für eine Versorgungssicherheit gar nicht benötigt wird.

  • Gemeinsam mit Partnern im Bündnis „Exit Spirit Energy“ setzt sich Protect the Planet dafür ein, das die Stadtwerke München (SWM) schnellstmöglich aus den fossilen Energieträgern aussteigen.